München ist schon schön. Beim Spaziergang rund um mein neuestes Zuhause in der Au/Untergiesing bin ich auf die wohl saucoolste Brauerei der Stadt gestoßen. Das Bierlaboratorium. Der paar-Mann-Betrieb liegt versteckt in einem Innenhof, ist aber nicht allzu schwer zu finden. Einerseits angekündigt durch den Verkaufsladen, der gegenüber liegt, und in dessen Schaufenster Flaschen mit neonfarbenen Etiketten und noch schrilleren Namen wie „Erhellung“ (Helles) oder „Delirium“ (Starkbier) prangen. Zudem reckt sich ein stolzer Maibaum im Hof, an dem neben Standardbayerischem auch eine Piratenflagge knattert.
Wir waren nach 13.00 Uhr da – zu dieser Uhrzeit geht an einem Samstag im Weltdorf München außerhalb des absoluten Zentrums eigentlich nichts mehr. Aber wir hatten Glück – der Hof war voll voller Braukursteilnehmer, fast jeden Samstag können Wissbegierige hier zum schlappen Preis von 99,- die Geheimnisse der Braukunst erfahren. Und nebenbei so viele Flaschen leeren, wie sie schaffen. Wohl, um die Geheimnisse anschließend nicht mehr ausplaudern zu können.
Der Betreiber war auch bester Laune, winkte uns in den Hof und gewährte uns trotz Öffnungsschluss unsere Wünsche – drei große Flaschen Helles und einen Blick auf seinen linken Oberarm. Auf dem eine Hopfendolde in schönster Tattoo-Blüte steht.
Seine Leidenschaft mit Haut und Haaren zum Beruf machen – das trifft auf die Jungens wohl zu. Prost. Die Kritik zum Erhellenden folgt, sobald ausgetrunken.
2 Antworten bis hierher ↓
delikater // Juli 7, 2008 um 10:46
Ein halbes Glas hab ich mir jetzt reingezwängt, den Rest der 0,5-Liter-Flasche (kleiner als ne halbe Maß gibt’s hier nicht) hat mir meine Mitbewohnerin abgenommen. Für Becks-Fans wie mich ist des nix – lasch und süß. Andererseits: weder war heut knallheißes Bierwetter. Noch komm ich selbst oft in Bierlaune. Und der Kurs macht bestimmt trotzdem piratenmäßig Spaß. Tattooladen ham wa hier übrigens auch direkt inner Straße.
essennonstop // September 10, 2008 um 12:25
Ich als gebürtige Norddeutsche bevorzuge zwar eigentlich auch eher das friesisch-herbe Jever, aber für ein Helles eigentlich ganz lecker – nicht so ausdruckslos wie manches andere bayrische Bier. Und schon allein wegen der tätowierten Jungs müsste ich mal wieder bei unserer Haus- und Hofbrauerei vorbeischauen…
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