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Foodtrip: Seoul

Oktober 19, 2008 · Kommentar schreiben

Okay, der Weg ist weit und ohne besonderen Anlass wird man wohl kaum in der südkoreanischen 10-Millionen-Metropole vorbeikommen.

Trotzdem – hiermit ein paar Highlights, die ihr auf keinen Fall auslassen solltet, wenn es euch doch mal in die Megacity am Han-River verschlägt.

Best UDON ever: Die überzeugendste Udon-Suppe bis dato habe ich im 7. Stock des Hyundai Department Store nahe der COEX-Mall im Stadtteil Apgujeongdong gegessen…ziemlich lange ziemlich heiß, macht stark für den Tag, eine Suppe für die Seele! Und günstig dazu – obwohl im Ground Floor Louis Vuitton, Christian Dior und Prada um die Wette funkeln, haben wir für’s Essen circa 7.000 WON bezahlt, also weniger als 4 Euro.

Die second best Udon ever hab ich auf einer Autobahnraststätte auf dem Weg zurück vom Bulguksa-Tempel nach Seoul gegessen. Das Highway Restaurant ist spezialisiert auf Udon und unter Koreanern berühmt dafür (einfach jemanden vor Ort fragen) – übrigens typisch für hiesige Restaurants. Und schlau, wie ich finde – es muss zwar ziemlich langweilig sein, jahrelang immer nur das eine Gericht zu kochen, dafür beherrscht man das dann aber auch perfekt. Und Koreaner sind ziemlich anspruchsvoll, was die Qualität der ihnen verkauften Speisen angeht. Kein Wunder, wenn man ständig und immer irgendetwas schnabuliert. Aufgrund der fett- und kohlehydratarmen Küche haben wir spätestens alle drei Stunden unseren knurrenden Mägen nachgeben müssen – und dennoch nicht zugenommen.

Mandu (Dumplings) in Perfektion gibt es im Myeongdong Gyoja im gleichnamigen Stadtteil. Die Mandu sind mit Schwein und Frühlingszwiebeln gefüllt, man kann sie pur bestellen oder als krönenden Bestandteil einer reichhaltigen (Kal)Guksu-Suppe mit hausgemachten Nudeln. Die Suppe gibt’s hier für 5.500 WON oder ca. 3,50 Euro. Standort: an der Myeungdong-Station den Ausgang Nummer 8 nehmen, zwischen La Bellavita Coffee und Crown Bakery hindurchgehen, nach 150 Metern ist man da. Mehr Tipps zu kulinarischen Köstlichkeiten gibt es hier (auf englisch).

Allerdings ist das Kim-Chi in diesem Laden ungeheuer knoblauchig – das Servicepersonal serviert einem in weiser Voraussicht Kaugummis dazu.

Unbedingt probieren: Meeresbewohner!!! Zu jedem anständigen koreanischen Restaurant gehören ein paar Wassertanks, in denen sich ein paar Fische, Tintenfische, Krebse, Aaale… tummeln. Wer immer schon mal wissen wollte, wie sich Garnelen fortbewegen, kann hier seine Wissenslücke schließen.

Unbedingt zu vermeiden gilt der Versuch, sich in Seoul westlich ernähren zu wollen. Zwar gibt es hier unzählige Filialen der üblichen Verdächtigen, deren Adaptionsversuche westlicher Küche meist aber kläglich ausfallen. Siehe dazu die neueste Eiscreme-Kreation von Baskin & Robbins…

Apropos Adaption – wieso gelingt das so selten? Weder von West nach Ost noch andersherum… ich habe weder in Berlin noch in München bislang ein koreanisches Restaurant gefunden, das ich als glücklicher Gast verlassen hätte, und ich hab wirklich vielen eine Chance gegeben. Wenn ihr wirklich gute Udon, Mandu, Reistafel, Kimbap, Kim-Chi etc. essen wollt, kann ich euch daher nur einen Besuch in Seoul selbst empfehlen. Korrigiert mich bitte, wenn ihr das anders seht – ich bin für jede Empfehlung dankbar, seit meiner Rückkehr ins Weisswurstland hab ich wirklich einen ausgeprägten, omnipräsenten Jieper auf koreanisches Essen.

In diesem Sinne… guten Appetit, 잘 먹겠습니다!!!

PS: Kurzzeitig befriedigen lässt sich der Nudelsuppenjieper zumindest visuell mit dem Konsum von „Tampopo„, ein japanischer Film aus den 80ern, wo die Jagd um die perfekte Nudelsuppe im Zentrum steht. Den gibt es jetzt endlich auch in meiner Stamm-Videothek… und das Rezept zum Film auch im Netz. Berichte über Udon-Experimente demnächst bei yumyumyum!!!

Kategorien: Foodtrip · Im Ausland · Lernen · auf Reisen
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